Wann ist der richtige Zeitpunkt, externes BEM einzusetzen?
Besonders bei wiederholten Ausfallzeiten, psychischen Erkrankungen, internen Überlastungen und eskalierenden Konflikten.
Praktische Signale sind:
- Schlüsselkräfte mit wiederholten Langzeitausfällen,
- Fälle mit psychischen Belastungen,
- Überforderung einzelner Fallführer,
- drohende Eskalationen zwischen Interessenvertretungen.
Hinweis zum Trend: Der DAK‑Psychreport 2024 zeigt über den Zeitraum 2013–2023 einen Anstieg der psychisch bedingten Fehltage um ca. 52 %, was den Handlungsdruck zusätzlich erhöht.
Welche wirtschaftlichen Vorteile entstehen durch externes BEM?
Externes BEM senkt Fehlzeiten, reduziert Fluktuation, verhindert Kündigungen und spart Rekrutierungs- sowie Einarbeitungskosten.
Die ökonomischen Effekte gehen über reine Fehlzeitensenkung hinaus:
- geringere Abfindungs- und Prozesskosten,
- reduzierte Recruiting‑Aufwände,
- stärkere Mitarbeiterbindung und Sicherung von Erfahrungswissen.
Externes BEM stärkt Vertrauen und Unternehmenskultur
Unternehmen zeigen Fürsorge, Transparenz und Fairness – ein klarer Faktor für Employer Branding.
Externes BEM ist ein kulturelles Signal: Es zeigt, dass Unternehmen Fürsorge und Wertschätzung ernst nehmen. Das steigert nicht nur die Mitarbeiterbindung, sondern auch die Attraktivität am Arbeitsmarkt.
Wie können HR und BGM externes BEM intern überzeugend begründen?
Durch eine Argumentationskette aus Minimierung rechtlicher Risiken, Wirtschaftlichkeit, Fachkompetenz, Entlastung und Vertrauen.
Die Kernargumente (Kurzüberblick):
- Weniger Rechtsrisiken: DSGVO‑konform, BAG‑konform, gerichtsfest dokumentiert.
- Wirtschaftlichkeit: BAuA‑Hebel (bis zu 393 € pro AU‑Tag), 886,2 Mio. AU‑Tage (2023), 128/221 Mrd. €; BEM‑ROI bis 1:4,8.
- Fachkompetenz: Psychische Erkrankungen als Treiber, +52 % Fehltage 2013–2023.
- Entlastung: HR kann sich auf Kernaufgaben fokussieren.
- Vertrauen: Externe Moderation erhöht Gesprächsakzeptanz, stabilere Rückkehr.
Fazit: Warum ist externes BEM eine strategische Entscheidung?
Weil es nicht nur rechtliche Risiken senkt, sondern die wirtschaftliche Stabilität und nachhaltige Gesundheit im Unternehmen sichert.
Externes BEM ist kein Ausnahmefall, sondern eine strategische Investition. Unternehmen, die darauf setzen, handeln:
- Rechtliche Risiken minimierend,
- wirtschaftlich nachhaltig,
- menschenorientiert,
- und zukunftsfähig.
Mehr Informationen zu externen BEM-Dienstleistungen:
Externes BEM: Fachkräfte sichern & Fehlzeiten senken
Über den Autor
Manfred Baumert, MBA, ist Betriebswirt, Pädagoge, zertifizierter Case-Manager und erfahrener BEM-Berater. Mit Leitungserfahrung in der sozialmedizinischen Nachsorge bringt er besondere Expertise im Umgang mit komplexen Krankheits- und Rehabilitationsverläufen ein.
Ausgebildet in personenzentrierter Gesprächsführung nach C. R. Rogers und mit mehrjähriger Erfahrung in der Krisenintervention verbindet er medizinisch-soziale Kompetenz mit arbeitsrechtlicher und betriebswirtschaftlicher Perspektive.
Mit seiner interdisziplinären Qualifikation unterstützt er Unternehmen beim Aufbau rechtlich fundierter, praxisnaher und wirksamer BEM-Prozesse – passgenau auf die Strukturen von Krankenhäusern, Gesundheitseinrichtungen und Unternehmen aller Branchen.
Sein Schwerpunkt liegt auf lösungsorientierten Maßnahmen, die gleichermaßen die Bedürfnisse der Beschäftigten und die Anforderungen der Arbeitgeber berücksichtigen. Ziel ist eine nachhaltige Wiedereingliederung statt bloß formaler Verfahren – und damit ein aktiver Beitrag zur Fachkräftesicherung im Gesundheitswesen und in der Wirtschaft.
Literatur-Quellen: Nachweise für Geschäftsführungen zu Gründen für externe BEM-Vergabe
BAG, Urteil 20.11.2014 – 2 AZR 755/13
BAuA – Volkswirtschaftliche Kosten durch Arbeitsunfähigkeit (Übersichtsseite 2023):
https://www.baua.de/DE/Themen/Monitoring-Evaluation/Zahlen-Daten-Fakten/Kosten-der-Arbeitsunfaehigkeit
BAuA – Volkswirtschaftliche Kosten 2023 (PDF, mit Werten pro AU-Tag 144 €/249 €):
https://www.baua.de/DE/Themen/Monitoring-Evaluation/Zahlen-Daten-Fakten/pdf/Kosten-2023.pdf
DAK – Gesundheitsreport 2023 (Übersichtsseite, Anteil psychische Erkrankungen 15,1 %):
https://www.dak.de/dak/unternehmen/reporte-forschung/gesundheitsreport-2023_34592
DAK – Gesundheitsreport 2023 (PDF):
https://caas.content.dak.de/caas/v1/media/34600/data/3bf3cdb115a277d604678cf6e8661d0b/gesundheitsreport2023-ebook.pdf
DAK – Psychreport 2024 (Übersichtsseite):
https://www.dak.de/dak/unternehmen/reporte-forschung/psychreport-2024_57364
DAK – Psychreport 2024 (PDF, Zeitreihe 2013–2023, +52 %):
https://caas.content.dak.de/caas/v1/media/60584/data/6783c20534a84f8d00b5f5675692f9ec/240314-download-report-psychreport.pdf
Hochschule Aalen – Kennzahlenkonzept BEM (PDF, ROI 1:4,8):
https://www.hs-aalen.de/uploads/mediapool/media/file/19696/Kennzahlenkonzept_f_r_das_Betriebliche_Eingliederungsmanagement_am_Beispiel_der_Staatstheater_Stuttgart.pdf