Projektmanagement im BEM-Prozess
Der BEM-Prozess ähnelt einem Projekt: Er erfordert eine klare Zielsetzung, strukturierte Schritte und die Zusammenarbeit verschiedener Akteure. Der BEM-Berater agiert als Projektleiter und einzelfallorientierter Fallmanager zugleich. Für BEM-Beauftragte und BEM-Beauftragte ist es daher wichtig, den Überblick über alle Beteiligten zu behalten, regelmäßig den Fortschritt zu überprüfen und prioritär wirksame individuelle BEM-Maßnahmen einzusetzen.
Empowerment und Ressourcenorientierung im BEM
Ein ressourcenorientiertes Vorgehen stellt den erkrankten Mitarbeiter in den Mittelpunkt. Dieser kennt seine Situation und sein Arbeitsumfeld am besten. Die aktive Einbindung des Mitarbeiters in die Lösungsfindung erhöht die Erfolgschancen des BEM und sorgt für nachhaltige Ergebnisse. Gemeinsam getragene Maßnahmen sind erfolgreicher und stärken das Vertrauen in den gesamten Prozess.
BEM-Gespräche sind keine Krankenrückkehrgespräche
Ein weit verbreitetes Missverständnis besteht darin, BEM-Gespräche mit Krankenrückkehrgesprächen gleichzusetzen. Dies kann erhebliche arbeitsrechtliche Konsequenzen nach sich ziehen. Während Krankenrückkehrgespräche oft disziplinarische Ziele verfolgen, dient das BEM ausschließlich der Wiedereingliederung und der Sicherung der Arbeitsfähigkeit. Wenn (BEM)-Gespräche in gleicher Weise behandelt und durchgeführt werden, in Teilen oder zwischen diesen beiden Gesprächsformen im Verlauf eines BEM-Verfahrens in Krankenrückkehrgespräche wechseln, entspricht dies nicht einer ordnungsgemäßen Durchführung eines betrieblichen Eingliederungsmanagements (BEM). Ein BEM-Gespräch als Krankenrückkehrgespräch zu führen, steht im Konflikt mit den Bestimmungen des § 167 Abs. 2 SGB IX sowie den minimalen Standards für ein angemessen durchgeführtes Betriebliches Eingliederungsmanagement (BEM), wie sie vom Bundesarbeitsgericht in seinem Urteil vom 10. Dezember 2009 (siehe 2 AZR 400/08) festgelegt wurden.
Fazit: Erfolgreiche BEM-Gespräche sichern nachhaltigen Unternehmenserfolg
Für HR-Manager, Personalleiter und andere Personalverantwortliche sind gut geführte BEM-Gespräche eine Investition in die Zukunftsfähigkeit ihres Unternehmens. Sie tragen zur Reduktion von Fehlzeiten, zur Erhaltung der Arbeitsfähigkeit und zur Prävention gegen Fachkräftemangel bei. Ein erfolgreicher BEM-Berater bringt nicht nur fachliche Kompetenz in Gesprächsführung und Projektmanagement mit, sondern sorgt auch durch klare Kommunikation und Empathie für Vertrauen und langfristigen Erfolg.
Hinweis: Unsere BEM-Seminare und Schulungen bieten praxisnahe Lösungen für die erfolgreiche Umsetzung des BEM-Prozesses. Erfahren Sie mehr über unsere Angebote zu BEM-Ausbildungen für BEM-Beauftragte und BEM-Berater.
Über den Autor
Manfred Baumert ist MBA, Betriebswirt, Pädagoge, zertifizierter Case-Manager und BEM-Berater. Ausgebildet in personenzentrierter Gesprächsführung nach C. R. Rogers und mehrjährig tätig in der Krisenintervention.
Mit interdisziplinärer Qualifikation in Betriebswirtschaft, Sozialwesen und Personaldiagnostik begleitet er Unternehmen beim Aufbau rechtlich fundierter und praxisnaher BEM-Prozesse – passgenau für betriebliche Strukturen jeglicher Branchen und Unternehmensgrößen. So werden wirtschaftliche, juristische und psychologische Perspektiven miteinander verbunden.
Sein Fokus liegt auf lösungsorientierten, tragfähigen Maßnahmen, die gleichermaßen die Bedürfnisse der Beschäftigten wie die unternehmerischen Anforderungen berücksichtigen.
Das Ziel: mit nachhaltiger Wiedereingliederung statt formaler Verfahren den Fachkräfteverlust stoppen und einen konkreten Beitrag gegen den Fachkräftemangel leisten.