BEM scheitert in der Praxis selten an fehlenden Maßnahmen, sondern an fehlender Steuerung im BEM-Prozess: unklare Auslöse- und Startkriterien, fehlende Taktung, uneinheitliche Rollen, keine saubere Statusführung und eine Dokumentation, die den BEM Ablauf im Konfliktfall nicht nachvollziehbar abbildet. Dieses Live-Online-Tagesseminar zum Betrieblichen Eingliederungsmanagement (BEM) vermittelt, wie Sie das BEM-Verfahren und den Ablauf als standardisierte Prozesskette mit klaren Entscheidungspunkten aufsetzen, Fallarbeit und Dokumentations-Minimum verzahnen und Risiken durch transparente Zuständigkeiten, belastbare Abläufe und konsequente Nachsteuerung minimieren.
Rechtlich fundiert. Psychologisch geschult. Ökonomisch gedacht.
HR Fokus • BEM Online-Tagesseminare für Personalleitung & HR-Management, BEM-Beauftragte und Personalreferent*innen: von Grundlagen bis Spezialfällen.
Live-online bundesweit aus Kassel/Nordhessen und Projekterfahrung u. a. für Teams in Fulda, Göttingen, Hannover, Frankfurt am Main, Dortmund und Hamburg.
Veranstaltungsnummer: B-HR-OS 01-2026
Worum es in diesem Seminar wirklich geht
Wenn BEM „läuft“, ist es ein stabiler Prozess. Wenn es stockt, wird es teuer.
Viele Unternehmen haben BEM formal eingeführt und erleben trotzdem, dass der BEM- Ablauf im Alltag nicht ausreichend trägt:
- Rückstände: Fälle bleiben liegen, Abläufe werden unscharf, Zuständigkeiten verschwimmen.
- Routine statt Passung: Maßnahmen wiederholen sich, die Wirksamkeit bleibt aus.
- Risikofelder: Einladung, Rollen, Dokumentation, Datenschutz – kleine Fehler mit großen Folgen. Beispiel: die Vermischung von Gesprächsanteilen von Informations- und Erstgespräch ist datenschutzrechtlich hochsensibel, wie ein aktuelles Urteil zeigt.
- Zeitverlust: HR und Führungskräfte arbeiten als „Feuerwehr“, statt steuernd zu führen.
Dieses Tagesseminar macht Ihr BEM-Verfahren wieder steuerbar: mit einem klaren Standardablauf, definierten Rollen und klaren Entscheidungen im Ablauf (nächster Schritt, Zuständigkeit, Termin zur Nachsteuerung), praxistauglicher Dokumentation (Dokumentationsminimum statt Datenfriedhof) und nachvollziehbarer Fallführung (Status, nächste Schritte, Termin zur Nachsteuerung), auch in dezentralen Strukturen.
Für wen ist das Seminar?
Dieses Online-Tagesseminar richtet sich an HR, HR-Manager, Personalleitung, Personalreferentinnen und Personalreferenten sowie BGM-Fachkräfte, insbesondere wenn das BEM-Verfahren risikominimierend, standortübergreifend konsistent und in der Prozessqualität nachvollziehbar aufgestellt werden muss.
Ideal ist das Seminar für alle, die BEM operativ verantworten, zum Beispiel als HR Business Partner, BEM-Beauftragte, interne Fallverantwortliche, Fallmanagerin, Personalreferentin, BGM-Fachkraft und die im Alltag typische Engpässe erleben wie:
- „Ich habe mehrere Fälle parallel und brauche Priorisierung, klare Taktung und verlässliche Nachsteuerung.“
- „Führungskräfte verlangen klare Do’s und Don’ts, aber es gibt keinen einheitlichen Standardablauf im BEM-Ablauf.“
- „Datenschutzfragen führen zu Blockaden oder zu Überdokumentation, statt zu einer sauberen, datensparsamen Lösung.“
- „Maßnahmen laufen an, aber die Wirksamkeit wird nicht nachgehalten, es fehlt der feste Folgetermin.“
- „In dezentralen Strukturen macht jeder Standort es anders – und ich soll es stabilisieren.“
Ergebnis nach einem Tag
Nach diesem Online-Tagesseminar nehmen Sie ein kompaktes Paket mit, das Ihren BEM- Prozess und Ablauf unmittelbar steuerbar macht, ohne Überdokumentation, aber mit klarer Entscheidungsspur:
- BEM-Standardablauf als roter Faden: vom Auslöser bis zum Abschluss, mit klaren Entscheidungen im Ablauf, Termin zur Nachsteuerung und sauberer Statusführung.
- Rollen und Verantwortlichkeiten: wer entscheidet was, bis wann und wie das mit einem Dokumentationsminimum nachvollziehbar festgehalten wird.
- Priorisiertes Risikobild: die wichtigsten BEM Risiken und Datenschutzpunkte im Betrieb benennen und daraus klare Ablage und Zugriffsregeln ableiten (wer sieht was, wo liegt es, wie lange, wie datensparsam).
- Vorgehen zum Rückstandsabbau: Priorisierung, Taktung und Nachhalten als Standard (kein Fall ohne nächsten Schritt und Termin zur Nachsteuerung).
- Unterlagen: praxisorientiertes Nachschlagewerk plus Teilnahmezertifikat.
Seminarinhalt
Dieses BEM-Online-Tagesseminar ist konsequent auf Problem, Lösung und Umsetzung aufgebaut. Im Fokus stehen ein steuerbarer BEM-Prozess und Ablauf, der standortübergreifend konsistent funktioniert und Risiken begrenzt:
BEM als steuerbares Verfahren aufsetzen
Standardablauf vom Auslöser bis zum Abschluss, mit klaren Entscheidungen im Ablauf, Statusführung und Termin zur Nachsteuerung.
Fehlzeiten korrekt berechnen und bewerten
Berechnung im BEM-Kontext, auch bei wiederholten Kurzerkrankungen und Teilzeit.
Einladung und Startphase belastbar gestalten
Startpunkt und Ziel der Einladung, Pflichtinhalte und Transparenz, Abgrenzung dessen, was nicht abgefragt oder erwartet wird.
Einladungsmanagement in der Umsetzung
Timing, Versandweg, Ansprechpartner, Rückkanal, Terminführung vom Informationsgespräch, Erstgespräch bis zu nächsten Schritten und Fristen.
Rollen und Verantwortlichkeiten im Verfahren klären
Wer entscheidet was, wann; Schnittstellen zu Führung; Eskalationswege bei Blockaden, Betriebsrat und Schwerbehindertenvertretung: Beteiligung im Ablauf, Informationswege, Dokumentationsminimum“
Datenschutz im Verfahren praxistauglich umsetzen
Datensparsame Formulierungen, sichere Kommunikationswege, Ablage und Zugriffsregeln, Lösch und Aufbewahrungsregeln.
Rückstände abbauen und Fallsteuerung planbar machen
Priorisierung, Taktung, wenige Wirksamkeitsmarker, verbindlicher Nachhalte Rhythmus und Wiedervorlage bei Nichtreaktion.
Maßnahmen steuern und sauber abschließen
Passgenaue Maßnahmen statt Routine, Termin zur Nachsteuerung, Abschlusskriterien und Lerneffekte für die Prozessqualität.
Preis & Mehrteilnehmer-Regelung
Einzelplatz: 790,00 EUR netto zzgl. USt. (940,10 EUR brutto)
Team-Staffel (netto pro Person):
• 2–3 Teilnehmende aus derselben Organisation: 740,00 EUR
• ab 4 Teilnehmenden aus derselben Organisation: 690,00 EUR
Termine (feste Termine und auf Anfrage)
Feste Termine:
- Dienstag, 09.06.2026, 09:00–16:30 Uhr
- Dienstag, 01.09.2026, 09:00–16:30 Uhr
- Donnerstag, 10.12.2026, 09:00–16:30 Uhr
Zusätzlich: Durchführung auf Anfrage (Teamtermin live-online oder Inhouse).
Storno & Umbuchung
- bis 14 Kalendertage: kostenfrei
- 13–7 Kalendertage: 50 %
- ab 6 Kalendertage / Ausfallregelung: 100 %
- Ersatzteilnehmende jederzeit kostenfrei
Im Preis enthalten
Teilnahme am Online-Tagesseminar. Sie erhalten ein Teilnahmezertifikat sowie praxisorientierte Unterlagen als Nachschlagewerk. Die Inhalte sind BAG orientiert und auf Risikominimierung im BEM-Verfahren ausgerichtet. Hinweis: Die Unterlagen dienen der Orientierung und Umsetzung im Betrieb. Eine Gewähr für die rechtliche Wirksamkeit, Vollständigkeit oder Passgenauigkeit des Verfahrens oder seiner Anwendung wird nicht übernommen.
Dozententeam mit Praxisauftrag
Unsere Seminare werden von Dozentinnen und Dozenten durchgeführt, die neben der Trainingsarbeit auch in der externen BEM-Praxis tätig sind. Dadurch fließen aktuelle Fragestellungen, bewährte Vorgehensweisen und typische Stolperstellen unmittelbar in die Inhalte ein. Ziel ist ein belastbarer Transfer in Ihre BEM-Abläufe, nicht nur Theorie.
Dieses Online-Seminar basiert auf bewährten Präsenzseminaren und ist für das Live Online-Format didaktisch angepasst. Das Seminar interaktiv und konsequent auf Umsetzung im Betrieb ausgerichtet, mit klarem Ablauf und konkreten nächsten Schritten.
Teilnehmerstimmen aus vergleichbaren BEM-Seminaren
„Das Seminar war sehr anschaulich und mit vielen Praxisbeispielen belegt.“
„Erlerntes kann gut im Betrieb eingesetzt werden.“
Kompetenter Dozent, rhetorisch sehr gut, Lernziele wurden erreicht.“
„Hervorragender Dozent – fachkundig, praxisnah und lebendig vermittelt.“
Auf einen Blick: Steuerung, nachvollziehbare Verfahrenslinie, typische Risiken
BEM als steuerbares Verfahren: Ablauf, Rollen, Schnittstellen
BEM wird wirksam, wenn es als einheitlicher Ablauf geführt wird: mit klaren Rollen (zum Beispiel HR Business Partner, BEM Koordination, Führung), sauberen Schnittstellen (Arbeitsmedizin, Datenschutz, Interessenvertretung) und festen Entscheidungen im Verfahren (Priorisierung, Maßnahmenentscheidung, Wirksamkeitsprüfung, Abschluss). Orientierungsrahmen für den Einstieg ist § 167 Abs. 2 SGB IX mit der 6 Wochen Schwelle.
Risiken reduzieren: BAG-orientierte Prozessspur statt Dokumentenlast
Das Seminar zeigt, wie HR eine nachvollziehbare Prozessspur aufbaut: ein rechtlich sauberes Angebot mit transparentem Rahmen, eine dokumentierte Suche nach Lösungen (ohne unnötige Gesundheitsdaten), strukturierte Nachsteuerung und klare Abschlüsse. In der BAG-orientierten Praxis sind dabei Zweck/Ziele des BEM sowie Art und Umfang der im Verfahren genutzten Daten entscheidend – nicht die Menge an Formularen.
Dynamik beherrschen: Wiederholungsfälle, Datenschutz-Fallen, Scheinsicherheit vermeiden
Strategische Steuerung heißt, typische Risiken früh zu entschärfen: Wiederholungsfälle sauber einordnen, Datenschutz praxistauglich aufsetzen (Datenminimierung, klare Rollen, nachvollziehbare Ablage) und Scheinsicherheit durch reine Formalien vermeiden. Im Fokus steht eine praxistaugliche, risikominimierende Vorgehensweise, die auch in dezentralen Strukturen konsistent funktioniert.
Quelle:
§ 167 Abs. 2 SGB IX: https://www.gesetze-im-internet.de/sgb_9_2018/__167.html
Quick Facts: Daten, Zahlen, Fakten zu Prozess und Ablauf des BEM-Verfahren
Diese Kennzahlen liefern den betriebswirtschaftlichen Rahmen, warum BEM-Steuerung heute kein „Nice-to-have“, sondern ein Führungs- und Risikothema ist.
Arbeitsunfähigkeit ist ein harter betriebswirtschaftlicher Faktor: Die BAuA weist für 2024 im Schnitt 20,8 AU-Tage je arbeitnehmender Person aus und beziffert die volkswirtschaftlichen Effekte auf 881,5 Mio. Arbeitsunfähigkeitstage, 134 Mrd. EUR Produktionsausfall sowie 227 Mrd. EUR Ausfall an Bruttowertschöpfung. Quelle: https://www.baua.de/DE/Themen/Monitoring-Evaluation/Zahlen-Daten-Fakten/Kosten-der-Arbeitsunfaehigkeit
Auch Krankenkassendaten zeigen das hohe Niveau: Nach der Techniker Krankenkasse lag der Krankenstand 2024 bei 19,1 Tagen je versicherter Erwerbsperson. Quelle: https://www.tk.de/presse/themen/praevention/gesundheitsstudien/krankenstand-2024-leicht-gesunken-2164486
Für Arbeitgeber ist die Dimension direkt spürbar: Das Institut der deutschen Wirtschaft schätzt die Kosten der Entgeltfortzahlung im Krankheitsfall für 2024 auf rund 82 Mrd. EUR (Schätzung). Quellen: https://www.iwkoeln.de/studien/jochen-pimpertz-entgeltfortzahlung-bei-krankheit-kostet-82-milliarden-euro.html
Praxisfälle aus dem betrieblichen Eingliederungsmanagement
Die folgenden Praxisfälle zeigen typische Bruchstellen im BEM Prozess und Ablauf und was im Betrieb konkret fehlt, wenn das Verfahren nicht konsequent gesteuert wird. Die Beispiele sind bewusst auf Steuerung, Rollen, Dokumentationsminimum und Nachsteuerung ausgerichtet.
BEM-Praxisfall 1: Rückstand in dezentralen Strukturen: „Jeder Standort macht es anders“
In mehreren Standorten stauen sich 80 offene BEM-Fälle. Einladungen sind uneinheitlich, die Dokumentation liegt verteilt, Führungskräfte sind unsicher, wer was wie tun soll. Das Ergebnis: erhöhte Ablehnungen, lange Durchlaufzeiten, eskalierende Einzelfälle und HR arbeitet im Dauer-Feuerwehrmodus.
Im Seminar wird daraus ein steuerbarer Standard:
- Standardablauf für alle Standorte (vom Anlass bis Abschluss)
- Feste Taktung je Standort (Rhythmus für Erstgespräch, Entscheidung, Nachsteuerung)
- Rollen und Zuständigkeiten verbindlich festlegen (wer steuert, wer entscheidet, wer umsetzt)
- Drei Steuerungsmarker, die Rückstau sofort sichtbar machen:
- Einladung/Transparenz erfolgt – nächster Schritt terminiert
- Maßnahmen laufen – Wirksamkeitsprüfung terminiert
- Offene Punkte – klare nächste Aktion mit Verantwortlichkeit
BEM Praxisfall 2: Datenschutz und Vertrauensverlust durch zu viel Information
Im BEM werden Gesundheitsdetails auf Vorrat gesammelt und an mehreren Stellen abgelegt. Mitarbeitende verlieren Vertrauen, Zugriffe sind unklar, die Zweckbindung verschwimmt, klare Regeln zu Löschung und Aufbewahrung fehlen. Der Prozess stockt, nicht wegen fehlender Maßnahmen, sondern wegen Unsicherheit und Blockade.
Im Seminar lösen Sie das praxistauglich:
• Dokumentationsminimum statt Datensammlung (Entscheidungsspur ja, Gesundheitsdetails nur soweit nötig)
• Zugriffsrechte nach Rollen klären (wer braucht was und wer ausdrücklich nicht)
• Lösch und Aufbewahrungsregeln als Standard festlegen, damit keine Dauerakten entstehen
BEM-Praxisfall 3: Widerstand im BEM-Gespräch: „Ich habe Angst, dass mir das schadet“
Ein Mitarbeitender signalisiert Sorge und Misstrauen. Der Fallverantwortliche erklärt zu viel, eine Führungskraft argumentiert und die Situation kippt. Ergebnis: Abbruch, Ablehnung oder „Ja, aber…“ ohne Fortschritt. Das Problem ist weniger der Inhalt, sondern die fehlende Gesprächs- und Prozessführung am Start.
Im Seminar wird die Gesprächssituation stabilisiert:
- Gesprächsphasen und klare Rollen: Sicherheit herstellen, dann erst Inhalte
- Einfache, entlastende Sprache zu Ziel, Daten, Beteiligten – ohne Druck
- Widerstand reduzieren durch Transparenz und einen klaren nächsten Schritt (fester Folgetermin statt offenes Ende)
FAQ: BEM-Verfahren strategisch steuern – Ablauf, Prozess, Haftungsrisiken
Ein führbares BEM-Verfahren braucht einen Standardablauf (BEM-Prozess) mit festen Entscheidungspunkten und festen Folgeterminen.
Praxisstruktur
- Ablaufübersicht: Auslöser, Erstkontakt, Erstgespräch, Analyse, Entscheidung, Umsetzung, Nachsteuerung, Abschluss
• Pro Phase: Zuständigkeit, Dokumentationsminimum, nächster Schritt und Termin zur Nachsteuerung
• Jeder Fall ist individuell, die Statusführung bleibt einheitlich (wer macht was bis wann)
Rückstau sinkt durch Priorisierung + Reaktionszeiten + konsequentes Nachhalten, nicht durch mehr Dokumente.
Bewährt in der Praxis:
- Priorisierungsregeln (Dringlichkeit/Risiko/Komplexität)
- Reaktionszeiten je Status (z. B. Erstkontakt innerhalb definierter Tage)
- Grundsatz: Kein Fall ohne nächsten Schritt (Termin oder Aufgabe wird sofort gesetzt)
Wirksamkeit entsteht durch Hypothese → Entscheidungskriterien → Nachsteuerung, nicht durch Standardpakete.
So wird es steuerbar:
- Problemannahme → Optionen → Entscheidung nach Kriterien → Umsetzung
- Danach zwingend: Wirksamkeitscheck (kurz, terminiert) → Nachsteuerung oder Abschluss
Juristisch robust ist die Entscheidungs- und Prozessspur: datensparsam, rollenbasiert, nachvollziehbar.
Dokumentations-Minimum:
- Angebot/Start, Rollen/Beteiligte, vereinbarte Schritte, Termine/Status, Nachsteuerungsergebnisse, Abschluss
Datenschutz praktisch gelöst: - Zweckbindung, Datenminimierung, Zugriffskonzept, klare Ablage (keine „Gesundheits-Akte“ im BEM)
In die Regelsteuerung gehören nur Personen, die entscheiden oder umsetzen; alles andere punktuell.
Schlanke Rollenstruktur:
- Fallverantwortung (führt, hält Termine/Status, dokumentiert Minimum)
- Führungskraft (Arbeitsgestaltung/Umsetzung; keine Gesundheitsdetails)
- Betriebsärztlicher Dienst/Fachstellen: bei Bedarf
- Datenschutz/Compliance: Rahmen & Ablage einmalig klären, dann Sonderfälle
Führung funktioniert, wenn die Rolle klar ist: Arbeitsorganisation ja, Gesundheitsdetails nein.
Praxisregeln:
- Führung liefert Umsetzbarkeit im Team, Arbeitsgestaltung, Rückmeldung zur Wirkung
- BEM steuert über Entscheidungspunkte und feste Folgetermine, nicht über Endlosgespräche
Hilfreich ist, was Ablauf, Rollen, Dokumentationsminimum und Terminführung verbindlich festlegt.
Praxisfokus:
- Betriebsvereinbarung als Rahmen (Rollen, Ablauf, Datenschutz/Ablage, Zuständigkeiten)
- Formulare nur, wenn sie Entscheidungen erleichtern (Start, Transparenz/Einwilligung, Maßnahmenplan, Nachsteuerung, Abschluss) – nicht als Datenfriedhof
Ein BEM Online-Seminar ist ideal, wenn schnell ein gemeinsamer Standard geschaffen werden soll: gleicher Ablauf, gleiche Begriffe, gleiche Entscheidungspunkte.
Typische Einsatzfälle:
- Rückstau, Uneinheitlichkeit, unklare Rollen, fehlende Nachsteuerung
- Bedarf nach sofort anwendbaren Vorlagen (Ablaufplan, Rollenübersicht, Dokumentations-Minimum)
Interaktivität entsteht durch Praxisfälle, Entscheidungsfragen und Transfersschritte, nicht durch Frontalinput.
Transfer Ablauf (praxisbewährt):
• Arbeit an typischen Entscheidungspunkten (Start, Analyse, Maßnahme, Nachsteuerung)
• Transferaufgabe: Standardablauf, Rollen und Dokumentationsminimum für die eigene Organisation konkretisieren
• Ergebnisorientiert: Am Ende steht ein umsetzbarer Ablauf, nicht nur Wissen
Häufig gelingt ein belastbarer Start in 2–4 Wochen, wenn mit Minimal-Standards begonnen wird und Nachsteuerung terminiert ist.
Bewährter Transfer-Ansatz:
- Standardablauf festlegen
- Statusführung einführen („kein Fall ohne nächsten Schritt“)
- Rückstau priorisiert abarbeiten
- Nachsteuerung als fester Termin
Mindestens die Rollen, die den Ablauf tragen: HR/BEM-Verantwortung (inkl. BEM-Beauftragte); optional und temporär Führungskräfte aus betroffenen Bereichen, je nach Ziel.
Praxisregel:
- Ohne Rollen, die steuern und nachhalten, bleibt es häufig beim Wissen
- Mit den richtigen Rollen entsteht ein führbarer BEM-Ablauf in kurzer Zeit
Der Rechtsrahmen ist Leitplanke, damit die Praxis risikominimierend und nachvollziehbar bleibt, ohne „Rechtssicherheits“-Versprechen.
Im Fokus stehen typische Risikofelder:
- Rollen, Entscheidungsspur, Dokumentations-Minimum, Datenschutz/Ablage, Nachsteuerungsdisziplin
Der Unterschied liegt in der Steuerung: Aus BEM-Wissen wird ein führbarer Ablauf.
Konkreter Nutzen:
• Standardablauf mit klaren Entscheidungen im Ablauf
• Statusführung und Terminführung
• Dokumentationsminimum
• Nachsteuerung als Routine
Hinweis: Wer später eine BEM-Ausbildung vertieft oder mit einem BEM-Berater arbeitet, profitiert deutlich stärker, wenn diese Standards im Betrieb bereits stehen.
Nutzen wird belegbar, wenn wenige Kennzahlen mit einer sauberen Entscheidungs- und Nachsteuerungsspur verbunden werden.
Minimal-Set (steuerungsfähig):
- Rückstand, Durchlaufzeit, Termintreue, Umsetzungsquote, Nachsteuerungsquote
Wichtig: Jede Kennzahl muss eine konkrete Reaktion auslösen (Priorisieren, Kapazität, Eskalation, Takt anpassen)
Passende Vertiefungen im HR-Fokus
Für einen sicheren Start vertieft „Einladungsschreiben im BEM“ die entscheidende Einstiegssituation.
Datensparsamkeit, Nachweisfähigkeit und Vertrauen stärkt „Dokumentation & Datenschutz im BEM“ entlang der operativen Linie.
Bei Rückständen, langen Durchlaufzeiten und fehlender Verbindlichkeit im Alltag setzt „BEM-Fallmanagement wirksam steuern“ den pragmatischen Hebel.
Für Qualifizierung und Umsetzung im Betrieb finden Sie hier die passenden nächsten Schritte:
Rechtlicher Hinweis
Juristisch fundiert, BAG- und DSGVO-orientiert, risikominimierend – keine Rechtsberatung im Einzelfall; eine verbindliche rechtliche Absicherung des Verfahrens oder seiner Anwendung wird nicht zugesagt.
