Veranstaltung

BEM ROI & Fehlzeitenkosten steuern: Kennzahlen, Wirkung, Entscheidungspunkte

Kategorie: Online Seminar

Wenn Fehlzeiten steigen oder Rückstau im BEM entsteht, gerät HR schnell in eine ungünstige Lage: Es wird viel gearbeitet, aber die Wirkung ist intern schwer belegbar. Dann kippt BEM in Einzelfallbetrieb und Bauchgefühl, statt in eine Steuerung, die Führung und Budgetentscheider mitträgt. Typische Symptome sind unklare Prioritäten („welche Fälle zuerst?“), Maßnahmen ohne verbindlichen Wirkungscheck, zähe Entscheidungen zur Arbeitsorganisation, Reporting ohne Konsequenzen und Diskussionen darüber, ob sich der Aufwand „lohnt“.

Dieses Live Online Tagesseminar macht BEM-ROI und Fehlzeitenkosten steuerbar. Sie arbeiten mit wenigen Kennzahlen entlang von BEM-Prozess und -Ablauf (Rückstau, Durchlaufzeit, Maßnahmenstart, fester Folgetermin zur Nachsteuerung) und einer pragmatischen Rechenweise, die im Steuerkreis verständlich bleibt. Ergebnis: klare Entscheidungspunkte, weniger Aktionismus, schnellere Umsetzung wirksamer Maßnahmen und eine Wirkungsspur, die HR als Business Partner sichtbar macht.

Rechtlich fundiert. Psychologisch geschult. Ökonomisch gedacht.
HR Fokus • BEM Online-Tagesseminare für Personalleitung & HR-Management, BEM-Beauftragte und Personalreferent*innen: von Grundlagen bis Spezialfällen.

Live-online bundesweit aus Kassel/Nordhessen und Projekterfahrung u. a. für Teams in Fulda, Göttingen, Hannover, Frankfurt am Main, Dortmund und Hamburg.

Veranstaltungsnummer: B-HR-OS 15-2026

 

Worum es in diesem Seminar wirklich geht

Dieses Seminar macht den ROI im betrieblichen Eingliederungsmanagement sichtbar und Fehlzeitenkosten steuerbar. Wenn HR zwar viel anstößt, die Wirkung intern aber schwer belegbar bleibt, kippt der Alltag schnell in Reibung: Maßnahmen starten zu spät, Wiedervorlagen fehlen, der Rückstau wächst und im Steuerkreis entstehen Diskussionen statt Entscheidungen.

Sie etablieren eine juristisch belastbare, praxistaugliche Steuerung, die BEM aus dem Einzelfallbetrieb holt: ein schlankes Kennzahlen Set, eindeutig definierte Entscheidungspunkte und eine verlässliche Nachsteuerungsroutine mit festem Folgetermin zur Wiedervorlage. So werden Fortschritt, Wirkung und Wirtschaftlichkeit im BEM nachvollziehbar, vergleichbar und intern entscheidungsfähig.

In der HR Praxis scheitert „Wirtschaftlichkeit im BEM“ selten daran, dass niemand rechnen kann. Es scheitert daran, dass Zahlen nicht in Steuerung übersetzt werden: Fehlzeitenberichte zeigen Symptome, aber lösen keine Konsequenzen aus. BEM Fälle werden bearbeitet, aber ohne Priorisierung nach Wirkung. Maßnahmen laufen, aber ohne einen verbindlichen Wirkungscheck, ob sie im Arbeitsalltag tatsächlich tragen.

Gleichzeitig ist der Handlungsraum begrenzt: HR soll Ergebnisse liefern, darf aber nicht überall entscheiden. Führung vertagt Arbeitsanpassungen. Controlling fragt nach Nutzen, und HR gerät in Rechtfertigungsdruck, obwohl der Kern oft einfach ist: Ohne klare Taktung, eindeutige Entscheidungspunkte und einen festen Folgetermin zur Nachsteuerung wird Wirkung zufällig.

Genau hier setzt das Seminar an. Sie lernen, ein schlankes Kennzahlen Set entlang von BEM Prozess und Ablauf aufzubauen (Rückstau, Durchlaufzeit, Maßnahmenstart, Umsetzungsstand, Stabilität nach Umsetzung) und daraus eine klare Steuerung abzuleiten: Welche Fälle haben Priorität? Wo liegt der Engpass im Verfahren? Welche Maßnahme ist realistisch umsetzbar und wann wird gezielt nachgesteuert?

Sie arbeiten mit einer pragmatischen Rechenweise, die im Steuerkreis verständlich bleibt: arbeitsbezogen und datensparsam, ohne Diagnosen oder Gesundheitsdetails. Ergebnis: weniger Aktionismus, schnellerer Maßnahmenstart, konsequente Nachsteuerung und eine nachvollziehbare Wirkungsspur, die HR gegenüber Geschäftsführung und Controlling belastbar vertreten kann.

 

Für wen ist das Seminar?

Dieses Live-Online-Tagesseminar richtet sich an HR, Personalleitung, Head of HR, HR Business Partner, BEM-Beauftragte, BEM-Koordinator:innen, Personalreferent:innen, BGM-Fachkräfte, Case-Manager sowie Kolleg:innen aus Personalcontrolling/HR-Analytics, die Fehlzeiten nicht nur berichten, sondern wirtschaftlich steuern müssen – und dafür im BEM-Prozess und Ablauf klare Prioritäten, Entscheidungspunkte und eine belastbare Wirkungsspur brauchen.

Besonders relevant ist das Seminar für alle, die erleben, dass BEM im Alltag schnell in eine ungünstige Schieflage gerät: Es wird viel koordiniert, aber der Nutzen ist intern schwer belegbar. Maßnahmen starten spät oder laufen ohne verbindliche Wirksamkeitsprüfung. Führung vertagt Anpassungen im Arbeitsalltag. Und im Steuerkreis entstehen Diskussionen darüber, ob sich der Aufwand „lohnt“, statt Entscheidungen zu treffen.

Typische Symptome sind Rückstau, lange Durchlaufzeiten bis zum Maßnahmenstart, wechselnde Prioritäten („welche Fälle zuerst?“) und ein Reporting, das zwar Zahlen liefert, aber keine konkrete Nachsteuerung auslöst.

Besonders passend ist das Seminar, wenn im Alltag typische Situationen auftreten wie:

  • „Wir haben Fehlzeitenzahlen, aber keine belastbare Argumentation, die Geschäftsführung und Controlling mitträgt.“
  • „BEM läuft, aber wir können nicht zeigen, was es bewirkt und warum bestimmte Fälle Priorität haben.“
  • „Maßnahmen werden gestartet, aber ohne feste Wiedervorlage versandet die Umsetzung im Tagesgeschäft.“
  • „Führung setzt zu spät um oder gar nicht – HR bleibt im ‚Koordinieren‘ hängen.“
  • „Rückstau wächst, weil Durchlaufzeiten und offene Zuarbeit nicht konsequent geführt werden.“
  • „Wir haben viele Kennzahlen, aber keinen klaren Steuerungsrhythmus, der Konsequenzen auslöst.“

Das Seminar ist ideal für alle, die BEM wirtschaftlich entscheidungsfähig machen wollen: Sie schaffen eine gemeinsame Sprache für Fehlzeitenkosten und Wirkung, stabilisieren die Steuerung im Verfahren und reduzieren Bauchgefühl-Entscheidungen. BEM als Teil des BGM kann so konkrete Daten zur Bedeutsamkeit und dem wirtschaftlichen Beitrag auch des Betrieblichen Gesundheitsmanagement liefern. BEM kann konkrete Quellen für betrieblich bedingte Fehlzeiten darlegen und so einen wertvollen Beitrag zur Prävention beisteuern.

 

Ergebnis nach einem Tag

Damit endet BEM nicht mehr im „wir machen viel, aber können es kaum belegen“, sondern wird wirtschaftlich steuerbar: Sie koppeln BEM-Kennzahlen an Entscheidungspunkte und eine Wiedervorlage (fester Folgetermin) – so wird aus Reporting eine Nachsteuerungsroutine, die Wirkung sichtbar macht und Entscheidungen im Steuerkreis erleichtert.

  • Ein schlankes Kennzahlen-Set, das wirklich steuert (statt Datenfriedhof):
    Sie definieren wenige Kernkennzahlen entlang von BEM Prozess und Ablauf (Rückstau, Durchlaufzeit, Maßnahmenstart, Quote für fällige Nachsteuerungstermine, Stabilität nach Umsetzung). Ergebnis: Fokus auf die Engpässe, die Kosten treiben, statt Sammeln ohne Konsequenz.
  • ROI-Rechenweise in drei Varianten (konservativ / realistisch / vollwirtschaftlich):
    Sie lernen, Fehlzeitenkosten nachvollziehbar zu kalkulieren und Nutzen zu begründen – ohne „schöne Annahmen“. Ergebnis: HR kann Budget- und Maßnahmenentscheidungen sachlich vertreten, ohne zu überdehnen.
  • Baseline und Zielwerte: Von „Krankenstand“ zu Steuerung:
    Sie setzen einen Ausgangswert, definieren Zielkorridore und klären, welche Veränderung überhaupt als „Wirkung“ zählt. Ergebnis: Diskussionen werden kürzer, weil klar ist, woran Erfolg gemessen wird.
  • Entscheidungspunkte statt Maßnahmen-Wunschliste:
    Sie strukturieren Maßnahmen als prüfbare Varianten mit Umsetzungsbedingungen und Termin: Was wird bis wann entschieden, wer entscheidet, was wird umgesetzt, wann wird nachgesteuert? Ergebnis: weniger Vertagung, schnellerer Maßnahmenstart, mehr Verbindlichkeit mit Führung.
  • Nachsteuerung als Standard: Wiedervorlage-Routine, die Rückfälle früh erkennt:
    Sie entwickeln eine praxistaugliche Prüfroutine mit wenigen Leitfragen und klaren Auslösern, die im Arbeitsalltag sichtbar macht, ob die Maßnahme trägt und wann angepasst werden muss. Ergebnis: weniger „läuft schon“, weniger Rückfälle, mehr Stabilität nach Umsetzung.
  • Steuerkreis-taugliche Argumentation für Geschäftsführung und Controlling:
    Sie formulieren den Nutzen so, dass Entscheider ihn tragen können: Kostendimension, Engpass im Prozess, Maßnahme oder Variante, erwartbarer Effekt und ein fester Termin zur Nachsteuerung. Ergebnis: HR wird als steuernder Business Partner sichtbar.

 

Seminarinhalt

Wirtschaftliche Erfolge des BEM sichtbar machen: Kennzahlen und ROI für HR und BEM

Dieses Seminar macht die wirtschaftliche Steuerung von BEM im Alltag handhabbar – mit klaren Kennzahlen an den richtigen Stellen, belastbaren Entscheidungsgrundlagen und einem Vorgehen, das Rückstau abbaut, Entscheidungen beschleunigt und Wirkung konsequent nachhält:

BEM als Wirtschaftsthema aufsetzen
BEM als strategische Maßnahme, nicht nur als Pflicht
Welche wirtschaftlichen Effekte realistisch sichtbar gemacht werden können
Typische Denkfehler: Zahlen sammeln, aber keine Steuerung auslösen

Kennzahlen im BEM richtig auswählen
Wozu Kennzahlen dienen: Fortschritt, Schwachstellen, Entscheidungen
Wenige belastbare Steuergrößen statt Datenfriedhof
Welche Datenquellen im Betrieb typischerweise vorhanden sind

Fehlzeitenkennzahlen: das Fundament der Steuerung
Krankheitstage pro Mitarbeitendem und Fehlquote sinnvoll einordnen
Vorher-Nachher-Vergleich: Baseline und Zielkorridor
Was eine Veränderung wirklich bedeutet und was nicht

Reintegrationserfolg messen
Rückkehrquote: Was sie aussagt und wie sie sauber erhoben wird
Maßnahmenumsetzung und Abbrüche sichtbar machen
Was Führung daraus entscheiden muss

Kosten im Griff: von Krankheitskosten bis Investitionskosten
Krankheitskosten: Lohnfortzahlung, Vertretung, Produktivitätsverluste
Investitionskosten BEM: Schulungen, externe Unterstützung, Anpassungen
Kostenvergleich vor nach Einführung: so wird Wirkung plausibel

Mitarbeiterbindung und Zufriedenheit als wirtschaftlicher Faktor
Fluktuationsrate als Kostenhebel: warum BEM hier hineinwirkt
Befragungen und Feedbackbögen als Frühwarnsystem für Akzeptanz
Was man im Steuerkreis dazu verantwortbar sagen kannst

ROI im BEM berechnen und als Entscheidungsvorlage nutzen
ROI verständlich erklären: Nutzen im Verhältnis zu Investition
Rechenweg: Investitionen, Einsparungen, Ergebnis in Prozent
Drei Betrachtungen: konservativ, realistisch, vollwirtschaftlich

Langfristige Effekte und Nachsteuerung als Routine
Qualitative Vorteile richtig platzieren: Bindung, Attraktivität, Kultur
Fester Folgetermin: Abweichungen, Korrektur, Lernen aus Zahlen und Fällen

 

Preis & Mehrteilnehmer-Regelung

Einzelplatz: 790,00 EUR netto zzgl. USt. (940,10 EUR brutto)

Team-Staffel (netto pro Person):

• 2–3 Teilnehmende aus derselben Organisation: 740,00 EUR
• ab 4 Teilnehmenden aus derselben Organisation: 690,00 EUR

 

Termine (feste Termine und auf Anfrage)

Feste Termine:

  • Donnerstag, 18.06.2026, 09:00–16:30 Uhr
  • Donnerstag, 17.09.2026, 09:00–16:30 Uhr
  • Dienstag, 22.12.2026, 09:00–16:30 Uhr

Zusätzlich: Durchführung auf Anfrage (Teamtermin live-online oder Inhouse).

 

Storno & Umbuchung

  • bis 14 Kalendertage: kostenfrei
  • 13–7 Kalendertage: 50 %
  • ab 6 Kalendertage / Ausfallregelung: 100 %
  • Ersatzteilnehmende jederzeit kostenfrei

 

Im Preis enthalten

Teilnahme am Online-Tagesseminar. Sie erhalten ein Teilnahmezertifikat sowie praxisorientierte Unterlagen als Nachschlagewerk. Die Inhalte sind BAG orientiert und auf Risikominimierung im BEM-Verfahren ausgerichtet. Hinweis: Die Unterlagen dienen der Orientierung und Umsetzung im Betrieb. Eine Gewähr für die rechtliche Wirksamkeit, Vollständigkeit oder Passgenauigkeit des Verfahrens oder seiner Anwendung wird nicht übernommen.

 

Dozententeam mit Praxisauftrag

Unsere Seminare werden von Dozentinnen und Dozenten durchgeführt, die neben der Trainingsarbeit auch in der externen BEM-Praxis tätig sind. Dadurch fließen aktuelle Fragestellungen, bewährte Vorgehensweisen und typische Stolperstellen unmittelbar in die Inhalte ein. Ziel ist ein belastbarer Transfer in Ihre BEM-Abläufe, nicht nur Theorie.

 

Dieses Online-Seminar basiert auf bewährten Präsenzseminaren und ist für das Live Online-Format didaktisch angepasst. Das Seminar ist interaktiv und konsequent auf Umsetzung im Betrieb ausgerichtet, mit klarem Ablauf und konkreten nächsten Schritten.

Teilnehmerstimmen aus vergleichbaren BEM-Seminaren

„ein super Referent mit einer enormen Fachexpertise“

„Dringend an diesem tollen Referenten festhalten!“

„ich habe viel mitgenommen“

„guter Dozent, Erlerntes kann gut im Betrieb eingesetzt werden“

 

Auf einen Blick: Drei Hebel, um BEM wirtschaftlich zu steuern und Fehlzeiten wirksam zu senken

Fehlzeitenkosten in Steuerung übersetzen, statt nur „Fehlzeiten berichten“

Wenn HR Wirkung belegen will, reicht ein Krankenstands Reporting nicht aus. Entscheidend sind eine Ausgangsbasis, eine Zielgröße und eine einfach nachvollziehbare Kostenrechnung pro Ausfalltag. Erst dann kann der Steuerkreis Entscheidungen treffen, statt nur Zahlen zur Kenntnis zu nehmen. Als Orientierungsrahmen: Die BAuA schätzt für 2024 volkswirtschaftliche Produktionsausfälle von 134 Mrd. Euro und einen Ausfall an Bruttowertschöpfung von 227 Mrd. Euro. Quelle: https://www.baua.de/DE/Themen/Monitoring-Evaluation/Zahlen-Daten-Fakten/Kosten-der-Arbeitsunfaehigkeit

ROI vom Einzelfall zur Portfolio-Wirkung – mit wenigen Kennzahlen, die Entscheidungen auslösen

„AU Tage zählen“ endet oft im Datenfriedhof statt in Steuerung. ROI im BEM entsteht nicht durch Einzelfallrechnungen, sondern durch die konsequente Steuerung vieler Fälle mit wenigen Kennzahlen, die Entscheidungen auslösen und Umsetzung nachhalten. Im Seminar lernen Sie ein konservatives ROI-Modell, das direkt an den BEM-Prozess gekoppelt ist: Rückstau, Durchlaufzeit bis zum Maßnahmenstart, Quote der Wiedervorlagen und Stabilität nach Umsetzung. Der Kern ist nicht die Excel Rechnung, sondern die Entscheidungspunkte: Welche Fälle zuerst? Wo hängt der Prozess? Was wird bis wann entschieden und wann wird nachgesteuert, damit Wirkung im Alltag tatsächlich eintritt.

Langzeitfälle und Rückfälle richtig einordnen, ohne Diagnosen zu dokumentieren

Wirtschaftliche Hebel liegen häufig bei Fällen mit langen Falldauern und Rückfällen – dort entscheidet Nachsteuerung über Wirkung. Psychische Erkrankungen sind dabei ein Beispiel für lange Ausfallzeiten: Im WIdO-Fehlzeitenreport wird für 2023 eine durchschnittliche Falldauer psychischer Erkrankungen von 28,1 Tagen je Fall genannt. Quelle: https://www.wido.de/fileadmin/Dateien/Dokumente/Publikationen_Produkte/Buchreihen/Fehlzeitenreport/wido_fzr2024_mitarbeiterbindung_krankheitsbed_fehlzeiten.pdf (wido.de)

Im Seminar geht es dabei nicht um Diagnosen, sondern um arbeitsbezogene Steuerung: Funktions- und Belastungsprofil, Umsetzungsbedingungen, Stabilitäts Trigger, Prüffragen zur Wirksamkeit und ein fester Folgetermin zur Nachsteuerung, der Rückfälle früh sichtbar macht.

 

Daten, Zahlen, Fakten: Wenn Fehlzeiten zur Stabilitätsfrage werden und Steuerung den Unterschied macht

In der stationären Altenpflege sind Fehlzeiten nicht nur ein Personalthema, sondern ein Stabilitätsrisiko für den Betrieb. Eine Befragung der Diakonie Hessen zeigt: 2023 sah sich ein Drittel der Pflegeeinrichtungen in Hessen von Insolvenz bedroht, Quelle: https://www.diakonie-hessen.de/unsere-themen/ges/aktuelles/pflegeversorgung-stark-gefaehrdet
Zugleich verweist eine Auskunft des hessischen Sozialministers auf Meldungen der Betreuungs und Pflegeaufsicht: Seit Anfang 2021 haben in Hessen 25 voll und teilstationäre Pflegeeinrichtungen den Betrieb eingestellt. Quelle: https://www.zeit.de/news/2023-06/11/25-heime-in-hessen-haben-seit-2021-dichtgemacht

Der entscheidende Punkt für HR: Personal ist in der Pflege kein „weicher Faktor“, sondern Teil des Rahmens, in dem Einrichtungen Leistungen erbringen dürfen. Für vollstationäre Pflegeeinrichtungen sind bundeseinheitliche Vorgaben zur Personalbemessung im SGB XI verankert, insbesondere § 113c SGB XI (Personalbemessung in vollstationären Pflegeeinrichtungen), Quelle: https://www.dejure.org/gesetze/SGB_XI/113c.html
Zudem setzt die Leistungserbringung gegenüber der Pflegeversicherung eine Zulassung über den Versorgungsvertrag nach § 72 SGB XI voraus, in dem Art, Inhalt und Umfang der Leistungen als Versorgungsauftrag festgelegt werden, Quelle: https://dejure.org/gesetze/SGB_XI/72.html

Wichtig ist die präzise Einordnung: Es gibt keine allgemeine Vorschrift, die automatisch „Schließung“ anordnet, wenn Personalvorgaben verfehlt werden. In der Praxis kann anhaltender Personalmangel aber dazu führen, dass Leistungen nicht mehr im erforderlichen Umfang erbracht werden können, Plätze nicht belegt werden dürfen oder Auflagen greifen. Genau hier entscheidet Steuerung: Wer Rückstau, Durchlaufzeiten und Umsetzung konsequent führt, senkt nicht nur Fehlzeitenkosten, sondern stabilisiert die Betriebsfähigkeit unter einem regulatorisch engen Rahmen.

Die Fehlzeitenlage liefert den betriebswirtschaftlichen Treiber dahinter: Eine Auswertung der Techniker Krankenkasse weist für 2023 in der Altenpflege 34,2 krankheitsbedingte Fehltage im Durchschnitt aus (alle Berufe: 18,6 Tage), Quelle: https://www.carevor9.de/care-inside/krankenstand-unter-altenpflegekraeften-erreicht-neuen-rekord

Die Konsequenz: Wer nur „Krankenstand berichtet“, aber keine Kennzahlen → Entscheidungspunkte → Wiedervorlage zur Nachsteuerung etabliert, verliert Steuerbarkeit – und damit im Zweifel wirtschaftliche Stabilität.

 

Praxisfälle aus dem betrieblichen Eingliederungsmanagement

Die folgenden Praxisfälle machen sichtbar, wo BEM wirtschaftlich an Wirkung verliert. Fehlzeiten werden zwar berichtet, aber nicht gesteuert; Rückstau entsteht, weil Entscheidungen und Maßnahmenstart zu lange dauern; und Nachsteuerung passiert eher zufällig als über einen festen Rhythmus. Im Mittelpunkt stehen nicht Diagnosen oder Gesundheitsdetails, sondern die betriebliche Mechanik dahinter: Welche Kennzahlen führen zu welchen Entscheidungspunkten? Wer entscheidet bis wann? Und wann greift die Wiedervorlage als fester Folgetermin zur Nachsteuerung? Ziel ist nicht mehr Berichtswesen, sondern ein Verfahren, das im Steuerkreis verständlich wird und im Alltag messbar entlastet.

BEM-Praxisfall 1: „Der Steuerkreis fragt nach ROI – HR kann lediglich Aktivitäten aufzeigen“

Ausgangslage: Ein Produktionsunternehmen (ca. 1.400 Mitarbeitende) meldet steigende Fehlzeiten und Überlast in Schlüsselbereichen. HR berichtet monatlich Krankenstand und „durchgeführte BEM-Gespräche“, bekommt aber die Gegenfrage: „Was bringt das konkret und wo steuern wir nach?“
Stolperstelle: BEM läuft als Einzelfallarbeit ohne wirtschaftliche Steuerung: keine Baseline, keine Zielkorridore, keine priorisierte Bearbeitung, keine Wiedervorlage. Dadurch entsteht Rückstau, Maßnahmenstart verzögert sich, und HR kann Nutzen nicht belastbar begründen.
Wirtschaftlicher Hebel: Nicht „mehr Reporting“, sondern Entscheidungspunkte + Nachsteuerung: Wo hängt BEM Prozess und Ablauf konkret fest: beim Start, bei Zuarbeiten, in der Entscheidung, in der Umsetzung oder bei der Wirksamkeitsprüfung? Welche Engpässe erzeugen die längsten Liegezeiten und damit die höchsten Folgekosten?
Intervention: HR/BEM setzt ein Minimum-Set an Steuerkennzahlen auf (Rückstau, Zeit bis Erstgespräch, Zeit bis Maßnahmenstart, Wiedervorlage-Quote, Stabilität nach Umsetzung) und koppelt jede Kennzahl an einen Entscheidungspunkt („Was wird bis wann entschieden?“) plus festen Folgetermin zur Nachsteuerung.
Ergebnis: Der Steuerkreis diskutiert nicht mehr „ob BEM wirkt“, sondern wo im Prozess nachgesteuert wird. HR gewinnt Entscheidungsfähigkeit, weil das Verfahren eine nachvollziehbare Wirkungsspur bekommt.

BEM-Praxisfall 2: „Kennzahlenfriedhof: 30 KPIs, aber niemand entscheidet“

Ausgangslage: In einem Dienstleistungsunternehmen hat HR ein umfangreiches Fehlzeiten Reporting aufgebaut. Es gibt viele Diagramme, aber im Alltag ändert sich wenig: Maßnahmen werden „empfohlen“, Führung vertagt, Fälle laufen ohne verbindliche Wirksamkeitsprüfung.

Stolperstelle: Kennzahlen sind nicht an Steuerung gekoppelt. Es fehlt die einfache Kette: Kennzahl, Konsequenz, Termin. HR erzeugt Transparenz, aber keine Verbindlichkeit.

Wirtschaftlicher Hebel: Reduktion auf wenige Kennzahlen, die konkrete Nachsteuerung auslösen (z. B. Rückstau-Ampel, Durchlaufzeit-Schwellen, Wiedervorlage-Verzug).
Intervention: Aus 30 Kennzahlen werden 8 bis 10 Steuerkennzahlen mit klarer Definition, belastbarer Datengrundlage und Wenn-dann-Regel. Wenn ein fester Folgetermin zur Nachsteuerung überfällig ist, wird nachgefasst. Wenn der Maßnahmenstart länger als der vereinbarte Zielkorridor dauert, gibt es einen Entscheidungstermin mit der Führung. Wenn der Rückstau eine Schwelle überschreitet, wird das Fallportfolio priorisiert.

Ergebnis: Aus Berichtswesen wird Steuerung. Entscheidungen werden terminiert, Engpässe werden sichtbar, und HR reduziert Rückstau und Liegezeiten spürbar.

BEM-Praxisfall 3: „Maßnahmen laufen, Rückfälle kommen zurück, weil der Wirkungscheck fehlt“

Ausgangslage: Ein Handelsunternehmen sieht bei Wiedereinstiegen regelmäßig Rückfälle: Mitarbeitende starten mit Anpassungen, nach einigen Wochen eskaliert die Belastung im Team, Ausfälle treten erneut auf.
Stolperstelle: Maßnahmen werden gestartet, aber nicht nachgesteuert. Es gibt keinen festen Folgetermin, keine klaren Prüffragen, keine Trigger für Anpassung. Dadurch wird Stabilität dem Zufall überlassen.
Wirtschaftlicher Hebel: Rückfallprävention ist häufig der größte ROI-Treiber – nicht die Maßnahme an sich, sondern die Wiedervorlage-Disziplin und die schnelle Anpassung im Arbeitsalltag.
Intervention: HR etabliert verbindliche Nachsteuerung als Standard. Es gibt feste Folgetermine nach dem Maßnahmenstart und nach einem klar definierten Zeitfenster, kurze arbeitsbezogene Prüffragen, einen eindeutigen Entscheidungspunkt („Was ändern wir bis wann?“) und klar benannte Zuständigkeiten.

Ergebnis: Rückfälle werden früher erkannt, Nachsteuerung wird planbar. Führung wird nicht „überrascht“, sondern über eine klare Terminabfolge und entscheidungsreife Optionen geführt. Das reduziert Folgekosten durch wiederholte Ausfälle.

FAQ: BEM ROI & Fehlzeitenkosten steuern – Praxisfragen, kurz beantwortet

Sie brauchen ein Minimum Set, das Entscheidungen auslöst: Rückstau, Durchlaufzeit bis zum Maßnahmenstart, Anteil termingerecht nachgesteuerter Fälle und Stabilität nach Umsetzung.

Im Seminar setzen wir Kennzahlen nicht „oben drauf“, sondern an Prozessstellen: Wo entsteht Rückstau? Wo hängt die Entscheidung? Wo fehlt die Wiedervorlage? Jede Kennzahl bekommt eine klare Konsequenz: Entscheidungspunkt + Termin + Wiedervorlage zur Nachsteuerung. So wird aus „wir messen“ ein betrieblicher Rhythmus, der Fälle voranbringt.

Sie arbeiten mit einer nachvollziehbaren Rechenweise in drei Stufen (konservativ, realistisch, vollwirtschaftlich) und dokumentieren die Annahmen schlank und prüfbar.

Entscheidend ist weniger die Excel Formel als der Argumentationsaufbau: Ausgangsbasis, Zielkorridor, Stellhebel, erwartbarer Effekt, fester Termin zur Nachsteuerung. So wird BEM im Steuerkreis entscheidungsfähig, ohne dass Sie ein eigenes Controlling Projekt starten müssen.

Führung trägt BEM, wenn sie zwischen umsetzbaren Varianten entscheiden kann, statt eine Maßnahmen Wunschliste abzunicken oder zu vertagen.

Sie lernen, Optionen so vorzubereiten, dass Führung entscheiden kann: Variante A, B oder C, Umsetzungsbedingungen, Auswirkungen im Arbeitsalltag und ein klares Terminfenster. Dazu kommt eine klare Terminkette: bis wann prüfen, bis wann entscheiden und wann nachsteuern. Ergebnis: weniger „nicht machbar“, mehr Verbindlichkeit.

Sie priorisieren nicht Menschen, sondern Engpässe: Rückstau, lange Liegezeiten, Rückfälle und fehlende Nachsteuerung.

Im Seminar bauen wir eine praxistaugliche Portfolio-Sicht auf: Welche Fallgruppen blockieren den Prozess? Wo lohnt Beschleunigung am meisten (Maßnahmenstart, Stabilisierung)? Das bleibt arbeitsbezogen und respektvoll, weil es nicht um Diagnosen geht, sondern um Umsetzbarkeit und Prozessdisziplin.

Sie machen Nachsteuerung zum Standard: ein fester Folgetermin und kurze Prüffragen, die Anpassungen auslösen.

Viele Betriebe verlieren Wirkung nicht beim Start, sondern nach dem Start. Deshalb setzen Sie eine klare Prüfroutine auf: Was hat sich im Arbeitsalltag verändert? Was blockiert? Was wird bis wann angepasst? Wer entscheidet? So reduzieren Sie Rückfälle und Neustarts.

BEM wird wirtschaftlich wirksam, wenn es im Ablauf geführt wird: Start, Entscheidung, Umsetzung, Nachsteuerung. Nicht als Gesprächsserie ohne festen Takt.

Fehlzeitenmanagement liefert Kennzahlen, aber BEM ist der Ort, an dem Maßnahmen im Einzelfall wirklich umgesetzt werden. Das Seminar zeigt, wie Sie den BEM-Prozess und Ablauf so führen, dass Kennzahlen nicht nur „zeigen“, sondern steuern.

Ja. Sie starten mit wenigen, bereits vorhandenen Informationen und bauen Steuerung über klare Entscheidungspunkte und feste Folgetermine auf, nicht über Datenfülle.

Viele Kennzahlen entstehen direkt aus dem Verfahren selbst: Rückstau, Durchlaufzeiten, Maßnahmenstart und Termintreue in der Fallbearbeitung. Das Seminar ist darauf ausgelegt, mit einem echten Minimum Set zu beginnen und erst dann zu vertiefen, wenn die Steuerung greift. So entsteht Wirkung auch ohne eigenes Analytics Setup.

Es ist ausdrücklich auch für Mittelstand und öffentliche Arbeitgeber sinnvoll. Gerade dort erzeugen wenige klare Regeln oft schneller Wirkung als große Programme.

Der Ansatz ist skalierbar: Sie setzen eine schlanke Steuerung auf, die zu Ihrer Größe passt. Entscheidend ist nicht der Umfang, sondern dass Kennzahlen konkrete Entscheidungen auslösen und die Umsetzung konsequent nachgesteuert wird.

Externe Unterstützung wirkt wirtschaftlich, wenn sie nachweisbar Rückstau senkt, Durchlaufzeiten verkürzt und den Maßnahmenstart beschleunigt. Zusätzlich braucht es einen festen Takt für Nachsteuerung, damit Fälle nach dem Start nicht wieder kippen.

Im Seminar definieren Sie vorab klare Wirkungskriterien und ein Steuerungsbriefing: Welche Engpässe sollen sinken? Welche Entscheidungspunkte müssen mit Führung verbindlich terminiert werden? Welche festen Folgetermine sind Standard? So wird BEM Consulting nicht „mehr Gespräch“, sondern ein steuerbarer Entlastungshebel.

Ja. Das Seminar liefert den Steuerungsrahmen, den Sie später sauber in eine BEM Beauftragten Schulung oder BEM-Ausbildung überführen können.

Viele Qualifizierungen vermitteln Wissen. Ohne festen Takt und klare Entscheidungspunkte bleibt die Umsetzung jedoch zufällig. Hier bekommen Sie eine praxistaugliche Struktur aus wenigen Kennzahlen, verbindlichen Entscheidungsterminen und konsequenter Nachsteuerung, die interne Rollen schnell handlungsfähig macht.

Passende Vertiefungen im HR-Fokus

Ein belastbarer ROI braucht verlässliche Prozessdaten und klare Standards. „BEM Qualität und Kennzahlen“ liefert dafür die Grundlage.

Für Wirkung im Alltag über Priorisierung, Durchlaufzeiten und Verbindlichkeit führt „BEM-Fallmanagement wirksam steuern“ die operative Steuerung weiter.

Bei heterogenen Standortstrukturen vertieft „BEM in dezentralen Organisationen“ die Skalierung über einheitliche Kernprozesse.

 

Für Qualifizierung und Umsetzung im Betrieb finden Sie hier die passenden nächsten Schritte:

 

Rechtlicher Hinweis
Juristisch fundiert, BAG- und DSGVO-orientiert, risikominimierend – keine Rechtsberatung im Einzelfall; eine verbindliche rechtliche Absicherung des Verfahrens oder seiner Anwendung wird nicht zugesagt.

Kontaktieren Sie uns jetzt!

Unverbindliche Anfragen oder konkrete Buchungen für diese Veranstaltung sind über das Formular möglich.